Gegen Bebaung Tempelhofer Feld

Am 20. September ist in der Berliner Morgenpost ein Interview mit dem bekannten Berliner Architekten Hans Kollhoff erschienen. In diesem äussert er sich kritisch zur Hauptstadtarchitektur und zu den städteplanerischen Fähigkeiten des Berliner Senats. Der Text ist leider Online nur gegen Bezahlung zugänglich, deshalb zitieren wir hier die Aussagen zur Entwicklung des ehemaligen Flughafens Tempelhof.

Aus der Berliner Morgenpost vom 20.9.2010:

Morgenpost Online: Aber Frau Lüscher steht doch für Diskussion, sie will den Diskurs.
Kollhoff: Ja, sie will die Diskussion, aber sie entsteht merkwürdigerweise nicht. Ich habe einige dieser Veranstaltungen in Tempelhof mitbekommen, das war alles bemüht und nach einer Viertelstunde zum Gähnen. Die Hälfte der Zuhörer kam aus der Verwaltung.
Morgenpost Online: Wie kann man das ändern?
Kollhoff: Indem man die widerstreitenden Kräfte und Interessen, die da am Werk sind, in die Öffentlichkeit bringt.
Morgenpost Online: Das ist mir jetzt zu abstrakt.
Kollhoff: Na, wissen Sie, was in Tempelhof passiert, wer dahinter steht, wer sich bemüht, dort irgendetwas zu machen, wer mieten will? Ich weiß nur, dass Wowereit dann irgendeine Entscheidung trifft, aus heiterem Himmel, für irgendeine Veranstaltung. So läuft das doch.
Morgenpost Online: Sehen Sie in der geplanten neuen Internationalen Bauausstellung (IBA) eine Chance für Ihre gewünschte Grundsatzdebatte?
Kollhoff: Was will denn die IBA 2020 außer der Randbebauung des Tempelhofer Flugfeldes? Das kann nicht das Thema einer Bauausstellung sein, auch nicht, wenn man das ökologisch verpackt. Die dort geplante Randbebauung ist lächerlich.
Morgenpost Online: Was wäre richtig?
Kollhoff: So lassen, ein grandioser Volkspark, und die Berliner gehen in Scharen dorthin.

Soweit das Interview.
Das Tempelhofer Feld wird inzwischen von den Menschen angenommen. Sie haben sich das Gelände angeeignet und nutzen es in vielfältiger Weise und ohne sich gegenseitig zu stören. Das soll auch so bleiben. Das ganze vorherige Gerede von drohender Vermüllung und umherschweifenden Dealern hat sich als Unsinn entpuppt. Und das hat nichts mit dem Zaun zu tun , der vollkommen überflüssig ist und abgebaut gehört. Aber die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hält weiterhin stur an ihren Bebauungsplänen fest, die Interessen der Anwohner zählen nicht. Inzwischen hat auch ein PRAE-IBA-Team die Arbeit aufgenommen, wie der Pressemitteilung Senatsplan einer Internationale Bauausstellung in Berlin nimmt konkrete Form an zu entnehmen ist.





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