Gedenken an KZ Columbiahaus

Anhörung zum Gedenken an das Konzentrationslager auf dem Tempelhofer Feld am Dienstag den 15. Juni

Anläßlich des 65. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus gab es eine Zusage der Senatsverwaltung Stadtentwicklung, eine Gedenkstätte für das KZ Columbia-Haus auf dem Tempelhofer Feld zu errichten. Mittlerweile wurde von der zuständigen Adlershof Entwicklungs GmbH ein Beteiligungsverfahren für Zwischennutzungen auf dem Tempelhofer Feld ausgeschrieben. Es lädt die BürgerInnen ein, sich an der Nutzung sogenannter Pionierfelder zu beteiligen. Ein Gedenkort an das KZ Columbia-Haus oder an die ZwangsarbeiterInnen ist nicht vorgesehen, statt dessen ist für das Pionierfeld am Columbiadamm eine kombinierte Sport- und Kulturnutzung geplant.
In der Erinnerungslandschaft Berlins fehlt das Gedenken an das KZ Columbia-Haus und die Zwangsarbeit in der Rüstungsschmiede Flughafen.

Am 15. Juni 2010 findet deshalb im Rathaus Kreuzberg eine öffentliche Anhörung des Kulturausschusses statt. Dort werden Historiker und Zeitzeugen die Geschichte des Columbia-Hauses und der Zwangsarbeiterlager auf dem Tempelhofer Feld darstellen. Auf seinem Gelände befand sich das KZ Columbia-Haus als erstes Konzentrationslager der SS in Berlin und als Hausgefängnis der Geheimen Staatspolizei mit Sitz im Prinz-Albrecht-Palais, heute bekannt als Topographie des Terrors.
Ab 1938 lebten hier aus ganz Europa verschleppte Menschen in Baracken, die als ZwangsarbeiterInnen für die Luftrüstung im Flughafen Tempelhof arbeiten mussten. Göring hatte verfügt, den Bau des Flughafens zu stoppen. Statt dessen wurden in den Hangars und später im Autotunnel unter dem Flughafen Tag und Nacht Bomberflugzeuge für den Vernichtungskrieg montiert. Ab 1941 wurden vor allem Frauen und Männer aus Russland eingesetzt. Diese Menschen waren Hunger und schweren Misshandlungen ausgesetzt. Sie galten als ?Untermenschen?, die straflos vergewaltigt und misshandelt werden durften.
Das Erinnern an die Geschichte unserer Stadt bietet uns die Chance, Verantwortung zu erkennen. Als deutsche StaatsbürgerInnen müssen wir die Erinnerung an den millionenfachen Mord an der jüdischen Bevölkerung Europas, an den Vernichtungskrieg und die Zwangsarbeit wach halten.

Deshalb ruft der Mieterrat Chamissoplatz e.V. dazu auf, zur Anhörung am 15. Juni um 18 Uhr in den BVV-Saal des Rathauses Kreuzberg, Yorckstr. 4-11, 10965 Berlin, zu kommen.

Ein weiterer Hinweis auf die Veranstaltung in einer Pressemitteilung der Grünen Kreuzberg-Friedrichshain mit einer Liste der teilnehmenden Personen.





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