Gedenken an KZ und Zwangsarbeit

Wenn am 8. Mai das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof geöffnet wird, soll die Nazi-Vergangenheit des Flughafens mit KZ und Zwangsarbeit möglichst vergessen werden. Dagegen richtet sich ein Aufruf des Mieterrat Chamissoplatz, den wir unterstützen:

Einladung zur Gedenken an die Häftlinge im KZ Columbiahaus und die ZwangsarbeiterInnen des Rüstungsstandort Flughafen Tempelhof am 8. Mai 2010 auf dem historischen Ort.

Am 65. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus und dem Ende des zweiten Welt­ und Vernichtungskriegs öffnet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Flughafen Tempelhof. Berlin als ehemalige Reichshauptstadt des Nationalsozialistischen Deutschlands kennt viele Orte des Verbrechens. Der Flughafen Tempelhof ist in dieser Geschichte aber noch immer etwas besonderes. Auf seinem Gelände befand sich das KZ Columbia­Haus als erstes Konzentrationslager der SS in Berlin und als Hausgefängnis der Geheimen Staatspolizei mit Sitz im Prinz Albrecht Palais, heute bekannt als Topographie des Terrors. Das KZ Columbia­Haus ist weitgehend vergessen. Vergessen sind auch die Tausende von ZwangsarbeiterInnen, die ab 1938 hier in Baracken für die Luftrüstung im Flughafen Tempelhof arbeiten mussten. Und völlig uninteressant ist das für den Bürgermeister Klaus Wowereit und seine Senatorin, da sie an der Wohnbebauung auf dem historischen Ort festhalten. Sie werden weder der Häftlinge des KZ Columbia­Haus noch der ZwangsarbeiterInnen gedenken.

Das Erinnern an die Geschichte unserer Stadt bietet uns die Chance, Verantwortung zu erkennen. Als deutsche StaatsbürgerInnen müssen wir die Erinnerung an den millionenfachen Mord an der jüdischen Bevölkerung Europas, an den Vernichtungskrieg und die Zwangsarbeit wach halten, um unsere Verantwortung für die Zukunft zu tragen.
Dazu laden wir ein, auf dem Gelände des KZ Columbiahaus auf dem Flughafengelände der Häftlinge des KZ Columbiahaus zu gedenken. Gleichzeitig wollen wir der ZwangsarbeiterInnen gedenken, die Tag und Nacht von 1938 bis 1945 auf demselben Gelände die Bombenflugzeuge bauen, warten und reparieren mussten.

11.30 Uhr Treffpunkt im Foyer des Hauptgebäudes.
Aufstellen eines Ausstellungspavillons
12 Uhr Kranzniederlegung am historischen Ort
Es sprechen:
VVN: Frieder Böhne
Mieterrat Chamissoplatz: Beate Winzer

Über ihr Kommen werden wir uns sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Mieterrat Chamissoplatz
Beate Winzer
Chamissoplatz 4
10965 Berlin

Von Beate Winzer gibt es eine Broschüre Arbeit für den Feind – Zwangsarbeit und Rüstungsproduktion im Flughafen Tempelhof Broschüre (PDF-Datei, 248 kB)





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