Archiv für April 2010

Zaunspaziergang 2.Mai

Reclaim Tempelhof lädt ein zu einem Zaunspaziergang am Tempelhofer Feld entlang der Oderstrasse. Bewundern wir noch mal den Sicherheitszaun mit all seinem Nato-Draht. Schauen wir uns die neu entstehende Zaunlandschaft auf dem Gelände von Aussen an, bevor am 8.Mai das Feld erobert werden kann. Des Weiteren wird es nützliches Infos zur geplanten Eröffnungsfeier und dem Sicherheitskonzept des Berliner Senats geben.

Sonntag, 2. Mai 14 Uhr
Oderstrasse Ecke Herrfurthstrasse

Hier die neueste Kreation des Zaunwahns. Der Aussenzaun an der Rampe am östlichen Ende der südlichen Landebahn wird zum Geländeinneren noch mal durch einen Zaun gesichert.

Zaun am Tempelhofer Feld Südosten

Polizei und 8. Mai

Auf der Titelseite der gestrigen „Berliner Zeitung“ ist ein Artikel mit dem Überschrift: Körting schimpft auf 1.-Mai-Touristen . Darin geht es um die übliche Randale-Hysterie, die alljährlich vor dem 1. Mai in den Medien und unter Politikern ausbricht. Der grösste Teil des Textes beschäftigt sich mit dem 1. Mai , danach wird allerdings auch der 8. Mai, der Tag der Öffnung des Tempelhofer Feldes, zum Thema von Randale-Phantasien gemacht. Deshalb wollen wir diesen Text zur Information aller hier zitieren:

„Auch nach dem 1. Mai wird die Berliner Polizei im Dauereinsatz sein, weil sie neue Ausschreitungen befürchtet. Wenn der Berliner Senat am 8. und 9. Mai den 2008 geschlossenen Flughafen Tempelhof als Bürgerpark eröffnet, will ein Bündnis „Reclaim Tempelhof“ das Areal dauerhaft besetzen. Nach einer internen Gefährdungsbeurteilung, die dieser Zeitung vorliegt, rechnet die Polizei mit gewalttätigen Aktionen. Auf einer Skala von 8 („Ein gefährdendes Ereignis ist unwahrscheinlich“) bis 1 („Mit einem gefährdenden
Ereignis ist mit extremer Wahrscheinlichkeit zu rechnen“) stuft die Polizei die Veranstaltung mit 2 („hohe Wahrscheinlichkeit“) ein.

Das Bündnis will das Eröffnungsfest stören. Die Protestierer finden sich nicht damit ab, dass das rund 380 Hektar große Flugfeld nach 22 Uhr wieder verlassen werden muss und die Tore verschlossen werden. Besetzer wollen es sich mit Zelten und Bauwagen „dauerhaft gemütlich machen“.

Die Polizei geht davon aus, dass Randalierer den Zaun um das Gebiet zerstören wollen. Es sei mit einem „unübersichtlichen Verlauf“ und bei polizeilichem Einschreiten mit „erheblichen Widerstandhandlungen wie Steinwürfen zu rechnen. “

Auf- und Abbau

Mittlerweile sind die Natodraht-Rollen am Fusse und in der Krone des Sicherheitszaunes rund um das Tempelhofer Feld weitgehend entfernt worden. Nur am Columbiadamm im Bereich Heizkraftwerk und Bundeswehr (Radarturm und Neubau Wachgebäude) , auf der zum Gelände angrenzenden Friedhofsmauer und die ganze Oderstrasse lang ist der Natodraht nach angebracht. Und dort wird sogar aufgerüstet. Gestern wurde vor dem geplanten Eingang Oderstrasse Ecke Herrfurthstrasse noch eine zusätzliche Drahtrolle ausgelegt.

Eingang Oderstrasse

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Gedenken an KZ und Zwangsarbeit

Wenn am 8. Mai das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof geöffnet wird, soll die Nazi-Vergangenheit des Flughafens mit KZ und Zwangsarbeit möglichst vergessen werden. Dagegen richtet sich ein Aufruf des Mieterrat Chamissoplatz, den wir unterstützen:

Einladung zur Gedenken an die Häftlinge im KZ Columbiahaus und die ZwangsarbeiterInnen des Rüstungsstandort Flughafen Tempelhof am 8. Mai 2010 auf dem historischen Ort.

Am 65. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus und dem Ende des zweiten Welt­ und Vernichtungskriegs öffnet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Flughafen Tempelhof. Berlin als ehemalige Reichshauptstadt des Nationalsozialistischen Deutschlands kennt viele Orte des Verbrechens. Der Flughafen Tempelhof ist in dieser Geschichte aber noch immer etwas besonderes. Auf seinem Gelände befand sich das KZ Columbia­Haus als erstes Konzentrationslager der SS in Berlin und als Hausgefängnis der Geheimen Staatspolizei mit Sitz im Prinz Albrecht Palais, heute bekannt als Topographie des Terrors. Das KZ Columbia­Haus ist weitgehend vergessen. Vergessen sind auch die Tausende von ZwangsarbeiterInnen, die ab 1938 hier in Baracken für die Luftrüstung im Flughafen Tempelhof arbeiten mussten. Und völlig uninteressant ist das für den Bürgermeister Klaus Wowereit und seine Senatorin, da sie an der Wohnbebauung auf dem historischen Ort festhalten. Sie werden weder der Häftlinge des KZ Columbia­Haus noch der ZwangsarbeiterInnen gedenken.
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Die Parkordnung

Sicherheit und Ordnung im Tempelhofer Park.

Graffiti nahe Oderstrasse
Dafür soll eine „Benutzungsordnung – Tempelhofer Park“ dienen, die heute in einer Pressemitteilung der Grün Berlin GmbH und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin gemeinsam veröffentlicht wurde.

Einige Zitate:
„Bitte beachten Sie deshalb die nachstehenden Hinweise, zu deren Einhaltung jede Besucherin/jeder Besucher verpflichtet ist:
… Der Aufenthalt im Tempelhofer Park ist nur während der Öffnungszeiten erlaubt.Wir bitten Sie, den Park bei Einbruch der Dunkelheit zu Ihrer eigenen Sicherheit zu verlassen. Die Eingangstore werden dann verschlossen.
… Grundsätzlich nicht gestattet sind das Betreiben von Handel oder Gewerbe sowie unangemeldete Veranstaltungen und Versammlungen.
… Zelten und Campen ist grundsätzlich nicht gestattet.
… Das Sprayen (Graffiti) ist verboten.“

Ausserhalb dieser Benutzungsordnung(AGB) findet sich dann folgender Hinweis auf die grosse „Bewegungsfreiheit“ in diesm Gelände:
„Im Tempelhofer Park bzw. auf dem Vorfeld des Flughafengebäudes können Veranstaltungen durchgeführt werden. Um Nutzungskonflikte mit diesen Veranstaltungen zu vermeiden, kann die öffentliche Nutzung des Parks eingeschränkt bzw. ausgeschlossen werden.“




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