Archiv für Oktober 2009

Zaunöffnung durch „wütende Anwohner“

Gestern Abend berichtete die Abendschau des RBB über eine Attacke auf den Zaun am Ex-Flughafen. Auch Pressemeldungen des heutigen Tages ist zu entnehmen, dass in der Nacht zu Dienstag Aktivisten eine Teilöffnung des Zauns durchführten. Wir dokumentieren eine Pressemitteilung der Aktivisten:

Heute morgen, Dienstag den 13.10.2009, haben wir begonnen, den Zaun um die leerstehende Wiese des Ex-Flughafen Tempelhofs für ALLE zu öffnen.

Der Senat hat vor 10 Tagen sein Konzept für die „Öffnung“ von Tempelhof vorgestellt. Der Plan vom Senat ist ein mit Sicherheitszaun und Öffnungszeiten sowie Wachschutz kontrollierter Park. Zeitgleich bewirbt sich der Senat für eine Internationale Gartenausstellung auf Tempelhof. Zudem sind die Vorstellungen des Senats von Luxusquartieren im Rahmen einer Internationalen Bauausstellung vorhanden. Dies alles steht im Zeichen der neoliberalen Stadtpolitik des Senats, mit dem Zieh soviel Kapital wie möglich aus der Stadt zu holen. Dies geschieht auf Kosten von uns allen.

Die Farce von eurer „Öffnung“ von Tempelhof macht uns wütend. Die Attraktionen mit denen der Senat wirbt, werden sowieso durch eine Bebauung von Luxusquartieren relativiert. Zudem wird dadurch der Park vor den Anwohner_innen verschlossen gehalten. Eine Öffnung für ALLE hat der Senat bis jetzt verhindert und auch nie gewollt.

Die Versuche am 20.6. sowie 26.7. konnte der Senat nur mit einer Streitmacht von Polizist_innen, verhindern, welche exzessiv Gewalt anwendete. Die Polizei schreckte noch nicht einmal davor zurück, mit ihren Schusswaffen zu drohen.

Deswegen sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Öffnung selbst in die Hand zu nehmen um Tempelhof für ALLE zu öffnen.

Wir wehren uns gegen die neoliberale Stadtentwicklung!

Tempelhof für alle öffnen!

-wütende Anwohner_innen

Zeitungsmeldungen in der Presseschau .

Demonstration 31.10.2009

Aufruf zur Demonstration am 31. Oktober 2009
Für die sofortige Öffnung des Ex-Flughafen Tempelhof

Tempelhof aufmachen – für Alle! Sofort!
Das Märchen von der baldigen Zaunöffnung Tempelhof nach 10 Monaten Flughafenschließung, das Ende August von der Berliner Abendschau und anderen Medien in die Welt gesetzt wurde, hat sich als leeres Versprechen entlarvt.
Auf der Pressekonferenz von Senatorin Junge-Reyer am 31.8 war zu hören, wie diese grossartige „Öffnung“ aussieht:

1) Der Sportverein TIB darf seit Oktober Sportflächen auf dem Gelände nutzen.
2) Ab Mitte Oktober soll es organisierte und kontrollierteTouren über das Gelände geben, gegen Bezahlung von 4 bis 5 Euro.
3) Ab Mai 2010 sollen 5 Tore im Zaun geöffnet werden und der freie Zugang ist bis Einbruch der Dunkelheit möglich. Der Zaun bleibt selbstverständlich stehen.

Schon im Herbst letzten Jahres war die Öffnung für den Mai 2009 angekündigt worden. Das Versprechen wurde nicht gehalten. Nun kommt das Versprechen für das nächste Jahr. Und was kommt nächstes Jahr?
Wir trauen den Versprechungen nicht.

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Müllhalde Tempelhofer Feld?

Der Berliner Senat begründet den Nicht-Abbau des Zaunes rund um den geschlossenenen Flughafen Tempelhof mit der Angst vor der drohenden Vermüllung des Geländes. Da wird dann auch mit der angeblichen Vermüllung der Hasenheide argumentiert, von Leuten, die sich dort nie aufhalten. Diese Befürchtungen teilt der Senat auch mit etlichen Menschen aus der deutschen Mittelschicht bis hin zu Anhängern der Grünen und Linken. Sie verbreiten Horrorvisionen von riesigen Müllbergen, die entstehen würden, wenn der Zaun fällt. Wir können das langsam nicht mehr hören. Was für ein Menschenbild steckt da dahinter? Sind alle anderen nur „Dreckschweine“ ?

Wenn das Gelände nun in Zehlendorf Richtung Wannsee läge, wäre das Müllproblem gar nicht so die Frage. Denn dort wohnen ja „anständige Deutsche“, die wissen was „Sauberkeit und Ordnung“ bedeutet. Und hier in Neukölln haust der „Pöbel“ und dann die Migranten, die sowieso von deutscher Sauberkeit nichts wissen wollen. Oder?
Wenn Leute hier alte Sofas oder Fernseher auf die Gehwege stapeln, tun sie das nicht aus Lust und Laune (einige vielleicht schon, die gibt es aber überall), sondern weil sie nicht wissen, wie sie die entsorgen sollen. Die kostenlose Sperrmüllabfuhr gibt es nicht mehr und zum Transport zur BSR wird ein Auto gebraucht, was viele hier eben nicht haben.
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Ausflug aufs Tempelhofer Feld

An diesem Wochenende gab es mehrere Möglichkeiten, das Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof zu erkunden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin begann ihre Bürgerbeteiligung „Parklandschaft Tempelhof“ im Hangar 1 am Columbiadamm, die auch am nächsten Wochenende 11/12. Oktober stattfindet. Es gibt eine Ausstellung zur Geschichte des Flughafens, die bisherigen Nutzungsideen des Senats, Ergebnisse einer brieflichen Bürgerbefragung vom Juni 2009 und Antworten der jetzigen Diskussionen. Über ein Dutzend Menschen in grünen Jacken mit der Aufschrift „Parklandschaft Tempelhof“ stehen als Animateure und Berater für Besucher bereit. Sie können Fragebogen zur Gestaltung des zukünfigen Parks ausfüllen und Ideen zu Papier bringen. Das Ganze läuft unter dem Motto „Ideen fliegen lassen“, schamlos abgekupfert von einem Transparent des letzen Jahres mit der Parole „Der Zaun muss weg – damit unsere Ideen fliegen lernen“.

Bürgerbefragung im Hangar 1

Bürgerbefragung Hangar 1

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