Es geht um mehr

Unter dem Titel „Das Recht auf die Stadt einfordern“ erschien in der taz von heute (27.10.2009) ein lesenwerter Artikel, der sich mit der Demonstration für die sofortige Öffnung des ehemaligen Flughafens Tempelhof am kommenden Samstag, den 31.10. 2009, beschäftigt.

GENTRIFIZIERUNG Unter dem Motto „Süßes, sonst gibt’s Saures“ wird am Samstag in Neukölln demonstriert

Vier Monate nach der versuchten Besetzung des stillgelegten Flughafens Tempelhof wird jetzt zu einer Demonstration gegen die Kommerzialisierung der Stadt aufgerufen.

„Es geht um mehr als das Flughafengelände – Tempelhof ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagt eine Aktivistin, die ungenannt bleiben möchte. „Neukölln soll massiv umstrukturiert werden und sich vom Ghetto zum Zuhause für Gewerbe und finanzkräftige Menschen wandeln.“ Sie befürchtet, dass der erhoffte Glanz nicht auf die historisch gewachsene finanzschwache Bewohnerstruktur fallen wird, sondern dass diese nach und nach verdrängt werden wird. So hat zum Beispiel die Aktion Karl-Marx-Straße, ein Großprojekt des Senats und der Bezirksregierung Neuköllns, zum Ziel, „die Struktur von Handel und Dienstleistung zu stärken“. Sie sieht vor, ein riesiges Areal (Hermannplatz bis S-Bahnhof Neukölln) komplett umzustrukturieren. Begründet wird das damit, dass die Karl-Marx-Straße in den letzten Jahren als Einkaufsstraße an Bedeutung verloren habe und mittlerweile von Billigläden wimmle. Das „Niveau“ soll aufgewertet werden. Die Stadt verfolgt dabei ein einfaches Konzept: Durch gezielte Förderung von Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit will man Geld in die leeren Kassen bringen, also zahlungskräftige Menschen anlocken. Die historisch gewachsene soziale Zusammensetzung des Bezirks wird dabei lediglich als Vermarktungsstrategie benutzt. So wird die kulturelle Vielfalt als „Alleinstellungsmerkmal“ betrachtet, die dem Standort Attraktivität verleihe – ungeachtet der ungelösten Probleme, die erst dazu geführt haben, dass Migranten sich in Ghettos ballen, oder der Probleme, die dann daraus erwachsen.“

Der Rest des Textes ist unter Das Recht auf die Stadt einfordern nachzulesen.





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