Archiv für Oktober 2009

Polizei eskaliert

ein weiterer Bericht zur Demonstration:

Gewalttätige Polizei bringt friedliche Demonstration zur Eskalation

Heute versammelten sich über 600 Menschen friedlich, um für eine Öffnung des ehemaligen Flughafen Geländes und gegen steigende Mieten zu demonstrieren. Die Berliner Polizei versuchte von Anfang an die Demonstrant_innen zu provozieren. Menschen mit einer roten Pappnase wurde die Teilnahme verweigert. Nach den Kundgebungen vor dem Rathaus Neukölln gegen Buschkowskys Politik und der Kundgebung in der Okerstraße gegen die sogenannte Task Force Okerstraße und ihre rassistische Politik, brachte die Polizei in der Oderstraße dieSituation endgültig zum eskalieren. Es gab symbolische Angriffe auf den Zaun , der von Dutzenden Papierfliegern überflogen wurde. Etliche Leute rüttelten am Zaun herum, was von der Polizei teilweise mit dem Einsatz von Pfefferspray beantwortet wurde. Nachdem die Demonstration am Hermannplatz endete, wurden diese wieder grundlos von der Polizei angegriffen. Dabei wurden mehrere friedliche Demonstrat_innen festgenommen und es wurden mindestens ein dutzend Menschen verletzt. Mit dieser brutalen Herangehenweise der Polizei, macht der Senat wieder deutlich, was er von einer Öffnung des ehemaligen Flughafens hält. Mit blinder Gewalt versucht er, Menschen vom Gelände Tempelhofer Feld fernzuhalten.

In der Sendung RBB-Aktuell von heute wird dieses Polizeivorgehen auch deutlich:
‚Tempelhof für alle‘

Update am Sonntag, 1.11.2009:
Fotoberichte gibt es hier:
Fotos von pm_cheung
Süsses sonst gibts Saures

Demo für Zaunöffnung

An der Demonstration für die sofortige Öffnung des ehemaligen Flughafens Tempelhof ohne Zaun und ohne Wachschutz beteiligten sich über 600 Menschen. Ein Bild vom Auftakt der Demo am Hermannplatz:

Demoauftakt Hermannplatz

1 Qm Tempelhof für jeden

Die Tageszeitung taz hat eine Idee: Ein Quadratmeter Tempelhof für jeden! In der Ausgabe vom 29.10. 2009 erscheint ein Plädoyer von Gereon Asmuth für einen radikaldemokratischen Versuch in Sachen Tempelhof Nachnutzung. Dort heisst es:

„Das stillgelegte Flugfeld von Berlin-Tempelhof misst 3,4 Millionen Quadratmeter. Die Stadt hat 3,4 Millionen Einwohner. Tempelhof wäre somit ideal für einen Feldversuch in Stadtplanung durch virtuelle Basisdemokratie.

Rund 380 Hektar misst das Flughafenareal. Zieht man das denkmalgeschützte Gebäude und die dahinter liegende Betonfläche ab, bleiben ziemlich genau 340 Hektar. Eine unfassbare Größe. Kein Wunder, dass sich Fachpolitiker wie Normalbürger schwer tun, Nachnutzungvorschläge zu machen. Überraschend handlich aber wird das Gelände, wenn man es in kleine Einheiten zerlegt. 340 Hektar, das sind 3.400.000 Quadratmeter. Auf jeden der 3,4 Millionen Berliner kommt ziemlich exakt ein Quadratmeter Tempelhof. Eine leicht vorstellbare Größe.
Warum also lässt man die Berliner nicht direkt entscheiden, was mit dem Flugfeld werden soll? Jeder über einen, über seinen Quadratmeter.“

Der ganze Artikel unter Ein Quadratmeter Tempelhof für jeden .

Ein weiterer Artikel informiert über eine Umfrage zur Tempelhof-Nachnutzung Bürger wollen Park mit Badeseen . Wir hatten darüber auch schon am 16. Oktober berichtet: Bürgerumfrage Parklandschaft Tempelhofer Feld

Die taz will alle Artikel , die sich mit dieser Thematik befassen, unter dem Link www.1qm-tempelhof.de sammeln.

Es geht um mehr

Unter dem Titel „Das Recht auf die Stadt einfordern“ erschien in der taz von heute (27.10.2009) ein lesenwerter Artikel, der sich mit der Demonstration für die sofortige Öffnung des ehemaligen Flughafens Tempelhof am kommenden Samstag, den 31.10. 2009, beschäftigt.

GENTRIFIZIERUNG Unter dem Motto „Süßes, sonst gibt’s Saures“ wird am Samstag in Neukölln demonstriert

Vier Monate nach der versuchten Besetzung des stillgelegten Flughafens Tempelhof wird jetzt zu einer Demonstration gegen die Kommerzialisierung der Stadt aufgerufen.

„Es geht um mehr als das Flughafengelände – Tempelhof ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagt eine Aktivistin, die ungenannt bleiben möchte. „Neukölln soll massiv umstrukturiert werden und sich vom Ghetto zum Zuhause für Gewerbe und finanzkräftige Menschen wandeln.“ Sie befürchtet, dass der erhoffte Glanz nicht auf die historisch gewachsene finanzschwache Bewohnerstruktur fallen wird, sondern dass diese nach und nach verdrängt werden wird. So hat zum Beispiel die Aktion Karl-Marx-Straße, ein Großprojekt des Senats und der Bezirksregierung Neuköllns, zum Ziel, „die Struktur von Handel und Dienstleistung zu stärken“. Sie sieht vor, ein riesiges Areal (Hermannplatz bis S-Bahnhof Neukölln) komplett umzustrukturieren. Begründet wird das damit, dass die Karl-Marx-Straße in den letzten Jahren als Einkaufsstraße an Bedeutung verloren habe und mittlerweile von Billigläden wimmle. Das „Niveau“ soll aufgewertet werden. Die Stadt verfolgt dabei ein einfaches Konzept: Durch gezielte Förderung von Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit will man Geld in die leeren Kassen bringen, also zahlungskräftige Menschen anlocken. Die historisch gewachsene soziale Zusammensetzung des Bezirks wird dabei lediglich als Vermarktungsstrategie benutzt. So wird die kulturelle Vielfalt als „Alleinstellungsmerkmal“ betrachtet, die dem Standort Attraktivität verleihe – ungeachtet der ungelösten Probleme, die erst dazu geführt haben, dass Migranten sich in Ghettos ballen, oder der Probleme, die dann daraus erwachsen.“

Der Rest des Textes ist unter Das Recht auf die Stadt einfordern nachzulesen.

Zwangsarbeit im Flughafen Tempelhof

Arbeit für den Feind – Zwangsarbeit und Rüstungsproduktion im Flughafen Tempelhof

Ein Plädoyer von Beate Winzer, Anwohnerin am Chamissoplatz, für ein zentrales Denkmal der Zwangsarbeit auf und unter dem Flughafen Berlin-Tempelhof, wo Tausende Frauen und Männer als ZwangsarbeiterInnen Leben, Jugend und Gesundheit verloren.

Ihrem Andenken und dem Recht auf individuelles Glück eines jeden Menschen ist die Broschüre Zwangsarbeit Flughafen (PDF-Datei, 248 kB) gewidmet.

Bürgerumfrage Parklandschaft Tempelhofer Feld

Im Juni 2009 veranstaltete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Bürgerumfrage zur Gestaltung des Tempelhofer Feldes. Bei der Bürgerbeteiligung im Hangar 1 an den ersten beiden Wochenenden im Oktober wurden auf Schautafeln Ergebnisse präsentiert. Wir dokumentieren sie hier, da sie auf Websites des Senats nicht zu finden sind.
Ergebnisse der Anwohnerbefragung
Im Nahbereich des Tempelhofer Feldes (d.h. ca. 15 Minuten Fussweg) leben rund 175 000 Einwohner.
Für die Bürgerumfrage wurde einer repräsentativen 5% Stichprobe von 6200 Personen über 18 Jahren ein Fragebogen zugesandt.
Rund 1500 Personen (24 %) haben sich – teilweise mit ausführlichen Kommentaren – geäußert.
- zur derzeitigen Parknutzung (welcher Park, wie oft und wie lange,was gefällt/ was stört)
- zu den Ansprüchen an die neue Parklandschaft (Charakter, gewünschte Ausstattung/ Angebote, Zugänglichkeit und Wegeverbindungen).

Die überwiegende Mehrheit der Befragten (zwischen 70 bis über 90 %) wünscht für die künftige Parklandschaft klassische Elemente wie Sitzgelegenheiten, grosse Bäume, kleinere und geschützte Bereiche, mit blühenden Sträuchern und Blumenbeeten, sowie große Rasenflächen zum Liegen und Spielen.
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