Repression,Platzverweise als Dauerzustand

Offensichtlich ist die Berliner Polizei ziemlich sauer darüber, dass es vorletzten Sonntag(26.7.) trotz Polizeipräsenz einem Dutzend AktivistInnen gelungen ist, den Zaun am ehemaligen Flughafen Tempelhof kurzzeitig zu überwinden. Deshalb wird ein grosser Aufwand betrieben, um den Bereich Oderstrasse und Sitzrondell am Südostende des Geländes von picknickenden Menschen frei zu halten. Am 26. Juli wurde von Polizisten noch erklärt, es wäre kein Problem, am Rondell ein Picknick abzuhalten. Es seien nur keine Transparente erlaubt und am Zaun dürfe nicht gerüttelt werden.
Am gestrigen Sonntag mussten drei Menschen andere Erfahrungen machen, wie wir erfuhren. Schon bei ihrer Ankunft stand ein Mannschaftswagen mit laufendem Motor bereit, in der Oderstrasse fuhr ein weiterer und auf dem Gelände waren auch zwei unterwegs, einer mit Hunden. Kaum hatten es sich die drei im Schatten nahe des Jugendzentrums Yo22 bequem gemacht und angefangen Kaffee zu kochen, eilten auch schon einige Beamte herbei und verlangten die Personalausweise. Die Vorgehensweise war deutlich aggressiver als den Sonntag davor. Als Begründung wurde die Besetzung vom 26.7. angeführt und dass es Hinweise gäbe, dass wieder sowas anstünde. Rucksäcke und Fahradanhänger wurden nach Gegenständen durchsucht, mit denen der Zaun überstiegen werden könne. Inzwischen war ein weiterer Passant hinzugekommen, der sich auch diesen Massnahmen unterwerfen musste. Nach 20 Minuten bekamen die vier die Ausweise zurück und einen qualifizierten Platzverweis dazu und sie mussten den Ort verlassen.
In der Oderstrasse gab es weiter Polizeistreifen zu Fuss innerhalb und ausserhalb des Zaunes. Am Schwimmbad Columbiadamm standen am Nachmittag auch vier Mannschaftswagen in Bereitschaft.

Anscheinend wird jetzt voll auf Repression und Abschreckung gesetzt, um Menschen das Picknicken am Zaun zu vermiesen. Mit der Wischi-Waschi-Begründung „Verdacht auf Zaunüberwindung“ kann die Polizei nun jeden Sonntag ankommen und willkürlich Leute vertreiben. Wir werden nicht hinnehmen, dass Polizeibeamte nach Lust und Laune darüber entscheiden, wer sich in der Nähe des Zaunes am Tempelhofer Feld aufhalten darf oder nicht. Dabei ist die Polizei auch nur ausführendes Organ einer unsozialen Stadtpolitik des Berliner Senats. Der glaubt, sich unbequemer politischer Proteste durch Polizeischikanen gegen Anwohner entledigen zu können. Unser Ziel bleibt weiterhin:
Tempelhof aufmachen – für Alle!
Die Stadt gehört uns Allen!


1 Antwort auf “Repression,Platzverweise als Dauerzustand”


  1. 1 Task Force Okerstraße etabliert soziale Verdrängungsstrukturen « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 12. August 2009 um 14:17 Uhr
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