Archiv für August 2009

Protest bei Pressekonferenz

Ein Foto von der Pressekonferenz am heutigen Tage (vom Bildschirm abfotografiert, deshalb schlechte Qualität):

Protest bei Pressekonferenz

Der Zaun bleibt stehen

Heute wurde von Senatorin Junge-Reyer ein Öffnungskonzept für den ehemaligen Flughafen verkündet. In der Praxis ist das aber ein Konzept zum Zulassen des Geländes. Erst im Mai 2010 soll das Gelände frei begehbar sein, unter Aufsicht eines Wachschutzes. Der Zaun bleibt stehen. Die Pressekonferenz wurde begleitet von Protesten und die Senatorin hatte die ganze Zeit Transparente gegen Gentrifizierung und für die Öffnung hinter sich . Ihr war das Dauerlächeln vergangen, das sie sonst immer zeigt.

Von „Squat Tempelhof“ wurde dazu eine Pressemitteilung verfasst, die wir hier dokumentieren:

Pressemitteilung: Der Zaun bleibt

Heute am 31.8.09 fand auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof eine Pressekonferenz der Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer statt. Dort entpuppte sich die angekündigte „vollständige Öffnung“ des Geländes als klare Lüge.

Die Umzäunung des Geländes wird ebenso Bestand haben, wie die Sicherung durch einen Wachschutz. Der Zugang ist nur tagsüber durch fünf Tore möglich. Außerdem werden lediglich Teile des Areals für Bevölkerung frei gegeben. Auf der restlichen Freifläche sind weiterhin kommerzielle Bauprojekte geplant.

Die Anwohner_innen finden in der Planung keine Berücksichtigung. Ganz im Gegenteil: Eine Verdrängung wird durch die geplante Bebauung und der damit einhergehenden Mietsteigerungen im Kiez bewusst in Kauf genommen.

„Squat Tempelhof“ verurteilt die Vorgehensweise des Senats. „Es kann nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger mit der angeblichen „Öffnung des Geländes“ getäuscht werden und die Stadtentwicklungssenatorin profitorientierten Interessengruppen die Gestaltung des Geländes überlässt“, so die Aktivistin Hanna Kuhn.

Nach wie vor fordert „Squat Tempelhof“:

Sofortige Öffnung des Zauns und freie Zugänglichkeit für Alle!

Keine kommerzielle Nutzung und Bebauung, keine Verdrängung der Anwohner!

Schluss mit der Privatisierung und Kommerzialisierung der Stadt, Gentrifizierung stoppen, für eine selbstbestimmte Stadtentwicklung!

Tempelhofer Feld bleibt zu

Das Märchen von der baldigen Zaunöffnung Tempelhof , das am vergangenen Donnerstag von der Berliner Abendschau in die Welt gesetzt wurde und auch von anderen Medien ( z. B. TAZ ) weiter verbreitet wurde, hat sich als leeres Versprechen entlarvt.
In den Frühnachrichten des „Inforadio“ war zu hören, wie diese grossartige „Öffnung“ aussieht:

1) Die Basketballer des Sportvereins TIB dürfen demnächst Sportflächen auf dem Gelände nutzen, als zahlende Mieter.
2) Im Herbst soll es organisierte Touren über das Gelände geben. Bisher gibt es auch schon Besichtigungen des Gebäudes, gegen Bezahlung von 12 Euro.
3) Ab Mai 2010 sollen einige Tore im Zaun geöffnet werden und der freie Zugang ist bis Einbruch der Dunkelheit möglich. Der Zaun bleibt selbstverständlich stehen.

In einem Artikel der heutigen „Berliner Morgenpost“ Tempelhof: Flughafenfeld wird geöffnet wird das Ganze genauer dargestellt.

Schon im Herbst letzten Jahres war die Öffnung für den Mai 2009 angekündigt worden. Das Versprechen wurde nicht gehalten. Nun kommt das Versprechen für das nächste Jahr. Und was kommt nächstes Jahr?
Die beiden Manager des Wissenschafts- und Technologiestandorts Adlershof, Hardy R. Schmitz und Gerhard W. Steindorf, sollen ein Nachnutzungskonzept erarbeiten. Das gab es auch schon mal. Eine „Ideenwerkstatt Tempelhof“ , bestehend aus aus drei Planungsbüros(mbup,raumlabor und Studio UC) erarbeitete im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein Konzept der integrierten Stadtentwicklung , das im Dezember 2008 vorgelegt wurde und dann wohl im Papierkorb verschwand.Dort wurden konkrete Pläne zur Öffnung, Zwischennutzung usw. dargestellt. Nun sollen die Geschäftsführer der Wista Management GmbH (Schmitz) und Adlershof Projekt GmbH (Steindorf) ein neues Konzept erarbeiten. Mal sehen, was daraus wird.

Nach wie vor bleibt die Forderung:

Tempelhof aufmachen – für Alle!
Sofortige Öffnung des Zauns und freie Zugänglichkeit für Alle!

Das Märchen Zaunöffnung

„Tempelhof für alle
Am Montag wird der Senat offziell verkünden, daß Tempelhof für alle zugänglich wird. Der Zaun wird aufgemacht, um den so lange gestritten wurde. Der Zaun, den tausende Polizisten verteidigen mussten. Jetzt ist plötzlich alles ganz einfach.“

So kündigt der RBB einen gestrigen TV-Beitrag in der Berliner „Abendschau“ an. Schön wäre es ja. Doch die Realität dürfte anders aussehen. Schon in dem Video selber ist zu hören, dass von einer „unkontrollierten Öffnung“ nicht die Rede ist.
Der Beitrag bezieht sich auf eine Presseeinladung: Öffnung des ehemaligen Flughafens Tempelhof , die gestern von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung veröffentlicht wurde. Dort heisst es:
„Der ehemalige Flughafen Tempelhof wird für die Öffentlichkeit geöffnet. Wann und in welcher Form dies geschieht, möchten wir im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag, den 31. August 2009, um 11.00 Uhr, erläutern.“
Dort will die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, das Öffnungskonzept und die neue Entwicklungsgesellschaft Adlershof Projekt GmbH vorstellen. Zu deren Plänen siehe auch Der Zaun bleibt zu . Wahrscheinlich kann der Turnverein TIB demnächst endlich die Softballfelder nutzen – für seine Mitglieder. Ein freier Zugang für Alle dürfte kaum zu erwarten sein. Wir werden sehen. Dieser Senat hat schon viel versprochen und nicht gehalten.
Die Pressekonferenz beginnt um 11.00 Uhr im Gartenhaus des Picknick Areals auf dem ehem. Flughafen Tempelhof
(Eingang Columbiadamm, Tor 5 A – neben dem interkulturellen Garten und gegenüber dem Eingang zum Turnverein TIB). Der Einlass ist schon ab 10.30 Uhr und die Zufahrt zum Gartenhaus ist auch mit einem Auto möglich. Zum Abschluss der Einladung heist es:
Wir freuen uns über Ihr zahlreiches Erscheinen.

Neues vom Tempelhofer Feld

Ab dem 1. September ist das Land Berlin der alleinige Eigentümer des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gehen dann die Anteile des Bundes an Gebäude und Gelände in Landesbesitz über. Der Kaufpreis in Höhe von 35 Mill. Euro soll bereits an den Bund gezahlt sein.

Die zukünftige Entwicklung des Geländes sorgt für viel Beschäftigung an Universitäten. Diverse studentische Projekte beackern dieses Thema. So wurden jetzt die Ergebnisse eines internationalen Studentenwettbewerbs des Internationalen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (IVWSR) vorgestellt. Am Wettbewerb für das Tempelhofer Feld beteiligten sich 22 Teams aus acht Ländern. Der Siegentwurf „Templegarden“ sieht einen Landschaftspark mit kleinen Flüssen und Seen vor, der allen Bürgern offensteht. Weitere Informationen in dem Artikel der heutigen Berliner Zeitung: Templegarden mit Flüssen und Seen . Die Entwürfe der Studenten sind am 7. und 8. September während des Kongresses des IVWSR im Berliner Congress Center am Alexanderplatz von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Eintritt frei.

Das Dienstags-Kino im Stadtteilladen „Lunte“ zeigt im September Filme zum Thema Stadtentwicklung/Stadtumstrukturierung. Am 8. September gibt es diverse Filmbeiträge zu sehen, die sich mit der Vorgeschichte und dem Ablauf der leider gescheiterten Massenbesetzung „Squat Tempelhof“ am 20. Juni 2009 beschäftigen. ( siehe auch Termine .

Am Donnerstag den 17.September findet im Rahmen des Aktionstages zur Krise ab 13 Uhr eine Aktion/Happening vor der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Nähe Fehrbelliner Platz statt. Unter dem Motto „Wir übernehmen den laden!“ wird zur Abdankung der Senatorin Junge-Reyer aufgerufen.
Weitere Infos folgen.

Buschkowsky hat das Wort

Im Juli plädierte der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky überraschend für eine Teilöffnung des ehemaligen Flughafen. Dies tat er in einem Interview in dem RBB-Fernsehbeitrag Was wird aus dem Flughafen Tempelhof? . Nun legt er noch mal nach. In einem Beitrag „Der Bürgermeister hat das Wort“ in der Neuköllner Ausgabe des Wochenblatts „Berliner Abendblatt“ vom 15.8.2009 präzisiert er seine Aussagen. Die Zeitung ist leider online nur komplett als PDF-Dokument verfügbar, deshalb zitieren wir hier die erste Hälfte des Textes, der sich mit dem Thema Tempelhof beschäftigt.

„Liebe Neuköllnerinnen, liebe Neuköllner,
die letzten Flugzeuge sind seit Herbst vorherigen Jahres verschwunden und die Modemesse ist auch vorbei. Nun liegt unser guter alter Flughafen Tempelhof wieder verlassen und unschuldig da und ist sicher ein Eldorado für vielerlei Kleingetier. Der Senat arbeitet an einem Konzept für die endgültige Gestaltung, und für 2017 ist eine Gartenausstellung geplant. Und bis dahin? Die einen wollen einfach den Zaun niederrreissen und die freie Fläche besetzen. Die Freigabe des Geländes für jedermann ohne jegliche Steuerung hätte aber nach allgemeiner Lebenserfahrung eine riesige Verwahrlosung und Müllhalde zur Folge. Die Polizei hat das daher zu Recht verhindert, was allerdings nicht gerade billig war. Die Frage ist nur, wie oft dieses Räuber- und Gendarmenspiel eigentlich noch stattfinden soll und warum man stattdessen nicht einige kontrollierte Nutzungsformen zulassen kann?
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