Archiv für Juli 2009

Tempelhofer Feld kurzzeitig besetzt

Heute nachmittag gelang es einem Dutzend Aktivistinnen , das Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof zu besetzen. Am südöstlichen Endes des Geländes gelang mit Hilfe von Balken die Überwindung des Zaunes. Leider dauerte das Ganze nur 15 Minuten, bis die sehr schnell massiv anrückende Polizei die Leute von einem Gebäudeteil in Höhe Allerstrasse runter holte.
Die Pressemitteilung Besetzung des Ex-Flughafengeländes Tempelhof am 26.07.09 .

Einige Bilder:

squat thf

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883 500 Euro

So viel hat der martialische Polizeieinsatz am 20. Juni 2009 gekostet. Mit diesem Einsatz verhinderte die Polizei die geplante Besetzung des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Es ging und es geht weiterhin um eine leerstehende Brache, eine grosse Wiese , die mit aller Macht verteidigt wurde und weiter geschlossen gehalten wird.
Die Kosten wurden jetzt aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Inneres auf eine Anfrage eines FDP-Abgeordneten bekannt.
Aus der Drucksache 16/20469 des Abgeordnetenhaus Berlin, PDF-Dokument :

„Gesamtkosten ca. 883.500 €
davon Kosten für
- Unterstützungskräfte des Bundes und der Länder ca. 346.500 €
- Berliner Kräfte ca. 523.000 €
- Versorgung/Unterbringung ca. 14.000 €“

In dem Dokument wird auch erwähnt, dass die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) „aufgrund des deutlich erhöhten Sicherungsaufwandes das örtlich eingesetzte Wachschutzunternehmen mit einer Verstärkung des Sicherheitspersonals beauftragt“ hatte.
„Die abschließenden Kosten sind der BIM noch nicht bekannt, da im Laufe des 20.06.2009 noch einmal der Personalstamm aufgestockt wurde. Als Gesamtkosten schätzt die BIM einen Betrag von ca. 50.000 € (brutto).“

Der Berliner Tagesspiegel bringt heute ebenfalls einen Artikel dazu:
Einsatz am Flughafen-Zaun kostet Hunderttausende

Qualifizierte Platzverweisung

Die neuen Urkunden für Besucher des Zauns am Ex-Flughafen Tempelhof. Damit wird der Aufenthalt in dem bezeichnetem Gebiet bis zum angeführten Zeitpunkt verboten. Der „berechtigte Zu- und Abgang“ zu der eigenen Wohnung, wenn diese in dem Verbotsbereich liegt, wird immerhin erlaubt.

Platzverweis am THF

Personalienfeststellung, Durchsuchungen wegen Rumsitzen

Die neue Methode für Ruhe und Ordnung am Tempelhofer Feld zu sorgen. Gestern nachmittag am Ex-Flughafen:

Der Wachschutz fühlt sich genervt von paar Leuten, die am Rondell am südöstliche Ende des Geländes sitzen und alarmiert mal eben die die Polizei. 50 Meter weiter nördlich, wo die Oderstrasse in den Fussgängerweg übergeht, hängt ein 1 Meter langer Seilfetzen mit einem „Karabinerhaken“ am Zaun. Der hing da schon, als die Rondellbesucher kamen. Das ist der Anlass für vier (es blieben später dann nur zwei) Mannschaftswagen der Polizei herbei zu rasen und vor dem Rondell zu stoppen. Die Personalien der Anwesenden werden kontrolliert und die Personen samt mitgeführten Sachen durchsucht. Als Grund für diese Massnahmen wird was erzählt vom ASOG, einem gefährdeten Ort und dem Verdacht auf strafbare Handlungen wie Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Damit ist das Seil mit dem Haken gemeint. Was die Anwesenden damit zu tun haben, konnte nicht vermittelt werden, ganz abgesehen von der abstrusen Straftat-Konstruktion.

Das war der Anfang. Wie es weiter ging, erzählt ein Text von später hinzugekommenen Picknickern auf indymedia:
Polizei verhindert Zaunpicknick .

Anscheinend wird der Bereich rund um den Ex-Flughafen und da besonders die Oderstr. als gefährlicher Ort im Sinne des ASOG (Allgemeines Sicherheits- und Ordnunggesetz ) Berlin eingestuft. Dies bietet die Möglichkeit jeden Menschen ohne irgendwelche konkreten Verdachtsgründe mit Ausweiskontrollen, Durchsuchungen und Platzverweisen zu schikanieren. Die Polizisten hatten vorgefertigte Formulare für Platzverweise im A4-Format mit Lageplan und Strassenangaben bei sich, wo nur noch Datum und Uhrzeit einzutragen sind.

Polizei Nähe Rondell Ex-Flughafen Tempelhof

Buschkowsky für Tempelhof-Teilöffnung

Von Neuköllns Bürgermeister Buschkowsky waren gestern ganz neue Töne zu hören. Mitte April hätte er am liebsten ganze Hundertschaften der Polizei durch die Berliner Parks jagen lassen, um grillende Menschen zu vertreiben Buschkowsky: „Das braucht eine Hundertschaft Polizei“ . Nun tritt er für das Grillen auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof ein.

Gestern gab es der RBB-Fernsehsendung Abendschau einen Beitrag zur Zukunft des Temopelhofer Feldes und die Pläne der neuen Entwicklungsgesellschaft aus Adlershof. In einem Interview im Studio plädierte Buschkowsky (SPD) dafür, das Gelände teilweise für die Bevölkerung zu öffnen. Er forderte den Berliner Senat auf, den Flughafenzaun um 100 Meter nach hinten zu versetzen, damit die Anwohner dort grillen und Fußball spielen können. Auch ist er der Meinung, dass die Sperrung des Areals ohnehin nicht durchzuhalten sei.

Der Beitrag der RBB-Abendschau in hoher Auflösung:
Was wird aus dem Flughafen Tempelhof?




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