Anwohnerinformation im Schillerkiez

Der Tagesspiegel berichtet heute über eine Flugblattaktion im Schillerkiez mit dem Titel Autonome erschrecken Flughafen-Anwohner .
Zitat:
„Aktivisten verteilen Schreiben über Mieterhöhungen an Anwohner rund um den Flughafen Tempelhof – mit dem Logo der städtischen Wohnungsgesellschaft. Die Schocktherapie soll vor der Entstehung eines „luxuriösen Quartiers“ auf dem Flughafengelände warnen.“

In dem offiziell anmutenden Brief der GEWOBAG wurden Mieterhöhungen angekündigt. Auf der Rückseite wird die Fälschung dann aufgedeckt und über die Hintergründe sowie Squat Tempelhof berichtet. Der Brief lag in vielen Briefkästen und wurde uns auch zugesendet.

Die Vorderseite des Schreibens:

Anwohnerbrief zu THF

Wir dokumentieren die Erklärung auf der Rückseite:

Zuallererst wollen wir uns entschuldigen, falls sie sich erschreckt haben.
Auf diesem Wege wollen wir Ihnen mitteilen, was mit Ihrem Kiez und Ihrem Haus passieren wird. Wie Sie mitbekommen haben, wurde der ehemalige Flughafen Tempelhof geschlossen. Wahrscheinlich ist Ihnen das Wegfallen des Fluglärms und der Verschmutzung aufgefallen. Leider haben die Ereignisse aber auch ein Kehrseite.
Zwar versprach der Senat eine BürgerInnenbeteiligung bei der Entscheidung über die Nachnutzung des Flughafenareals.

weiterlesen
Haben sie von einer BürgerInnenbeteiligung etwas mitbekommen?

Doch den Plan einer Beteiligung verwarf der Senat sehr schnell. Um zu verhindern, dass BürgerInnen direkt auf dem Gelände ihren Ideen freien Lauf lassen, existiert nach wie vor der Zaun und er wird sogar noch stärker ausgebaut.

Was hat der Senat mit der neuen Freifläche vor?

Ziel des Senats ist es, Berlin im Sinne von UnternehmerInnen umzugestalten und ehemals öffentlichen Grundstücke an private InvestorInnen zu verkaufen bzw. zu verpachten. Damit ist das Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof ein weiteres Projekt im Rahmen des „Masterplanes“ des Senats. Dieser sieht vor, die Stadt „aufzuwerten“ und damit InvestorInnen und Geld nach Berlin zu locken.

Was bedeutet das für uns?

Wenn ein neues, attraktives und luxuriöses Quartier auf dem Flughafengelände entsteht, wird dies zwangsläufig Konsequenzen für die angrenzenden Bezirke haben. Um das neue Gebiet herum wird über kurz oder lang ein neues, für InvestorInnen attraktives Umfeld entstehen. Im Verlauf dieses Aufwertungsprozesses wird das tägliche Leben, samt Miete, Essen und der Freizeitgestaltung für die AnwohnerInnen bedeutend teurer. Ergebnis dieser Entwicklung ist die Verdrängung von AnwohnerInnen mit begrenztem Einkommen. Diese werden von Menschen mit höherem Einkommen ersetzt.

Was können wir dagegen tun?

Die einzigartig große Fläche – mitten in Berlin – kann man besser verwenden, als es der Senat vorsieht. Dafür gibt es unzählige Ideen, die hier nicht aufgeführt werden können. Was uns an der Realisierung der Ideen hindert, ist der Senat mit seinen Ideen von Stadtaufwertung. Deswegen ist der Zaun um die Freifläche Tempelhof für den Senat enorm wichtig.

Wir laden Sie ein, mit uns am 20.06.2009 den Zaun zu überwinden und die Fläche Tempelhof in Besitz zu nehmen, um unsere eigenen Vorstellungen für das Gelände umzusetzen.

Squat Tempelhof

Weitere Informationen zu der Initiative finden Sie unter
http://tempelhof.blogsport.de

Fragen, Ideen für eine sinnvolle, nicht kommerzielle Nutzung oder Anregungen können Sie an
squat-tempelhof@riseup.net
senden.





Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: