Archiv für März 2009

Neuer Zaun und Bodenproben

Der von der Bildzeitung am 9.Januar 2009 angekündigte Zaun zum Abriegeln des betonierten Vorfelds vom restlichen Gelände des Ex-Flughafen Tempelhof mit den Rollbahnen scheint fertig zu sein. Siehe auch unseren Beitrag Neue Festung Tempelhof .

Neuer Zaun am Rollfeld THF

Blick aus Richtung Tempelhofer Damm auf Tempelhofer Feld

Seit Montag, 30.3.2009 werden auf dem Gelände Bodenproben entnommen.Am Montag zwischen den Rollbahnen, mindestens einmal am Ostende und einmal eher mittig des Feldes. Ein Bagger hat längliche Gruben ausgehoben, geschätzte 4 Meter tief. Der Aushub wurde dann fotografiert und Proben in Gläser verpackt. Anschließend wurden die Löcher wieder zugemacht.Zugegen ist ein LKW mit weißem Kofferaufbau „BOHR- UND SPRENGTECHNIK ADOLF ALEXANDER -Umwelttechnik“, ein grüner Kombi-PKW und der Wachschutz. Am Dienstag gingen die Arbeiten im nördlichen Bereich weiter.

Auf dem Hauptstadtblog ist ein weiterer Text hierzu mit Fotos von Bagger und LKW unter dem Titel Die Bohrinsel .

Führung zur Nazi-Vergangenheit des Ex-Flughafen

Historische Führung am Sonntag, den 29.März 2009
Die Initiative „Tempelhof für Alle“ lädt ein zu einer historischen Führung mit Informationen zur NS-Vergangenheit des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Auf dem Flugfeld mussten während der Zeit des 2.Weltkrieges Tausende von Zwangsarbeitern schuften, um die faschistische Kriegsmaschinerie in Gang zu halten. Jüdische Zwangsarbeiter produzierten für die Lufthansa Motoren und für Telefunken Radargeräte .
Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos und bedarf keiner Anmeldung.
Treffpunkt : 14 Uhr,
vor dem Eingang des ehemaligen Reichssicherheitshauptamt und der jetzigen Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ Niederkirchnerstrasse 8 .
genauer Lageplan
Von da aus gehen wir die Friedrichstadt über die Friesenkasernen zum Columbiahaus am Ex-Flughafen und enden mit den Barackenlagern in der Lilienthalstrasse. Das ganze dauert etwa 2 1/2 Stunden.

Verdrängung in Nord-Neukölln

Unter diesem Titel informiert ein Text vom 16.3. 2009 auf indymedia:

„Während sich die Medien wieder aufregen über etwas Gestank in Lokalen an der Friedrichshainer Kneipenmeile mal ein paar Infos über die Entwicklung im Norden Neuköllns.

Der Reuterkiez in Nord-Neukölln zwischen Landwehrkanal, Kottbusserdamm und Sonnenallee gelegen, ist die neue angesagte Gegend in Berlin. Seit einem Jahr überschlagen sich die Medien mit Berichten über den neuen hippen Bezirk , erfinden einen neuen Namen für diese Ecke von Nord-Neukölln und schwafeln von einem Kreuzkölln. In der Sander- , Hobrechtstr- und Friedelstrasse gibts neue Läden und Kulturprojekte, alles gefördert vom Quartiersmanagement. Die Weserstrasse hat sich zu einer Kneipenmeile entwickelt, wo immer noch neue Kneipen aufmachen. Die Partyschickeria braucht schliesslich ständig neue Orte, neue Locations , neue Events. Immer mehr Studenten ziehen auf der Suche nach billigem Wohnraum und Abenteuer in diese Gegend und die Mieten steigen. Die Karawane der Aufwertung ist auf dem Weg von Prenzlauer Berg und Kreuzberg-Fiedrichshain nun auch in Nord-Neukölln angekommen. Studenten und Künstler machen das Bett fertig, in das sich die einkommensstärkeren Schichten, die Profiteure der Aufwertung, später hinein legen werden, nachdem die Pioniere der Aufwertung , nämlich die Studenten und Künstler, selbst verdrängt wurden.
Wurde im letzten Herbst noch spekuliert, ob von Gentrifizierung/Aufwertung/Verdrängung geredet werden darf, so gibt es jetzt Zahlen.“

Alles Weitere unter Berlin: Verdrängung in Nord-Neukölln .
Vor allem die Ergänzung von „sozialarbeiter“ mit der Überschrift „geht tiefer ran – was machen wir? “ gibt wertvolle Hinweise und Ratschläge.

Freiräume zulassen

Unter dieser Überschrift gab es gestern in der Berliner Zeitung einen interessanten Artikel zur Lage der Stadt . In einem Interview zu Stadentwicklung äußert sich die Architektin Feireiss u.a. zu den Planungen für den Ex-Flughafen. Sie lobt die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher wegen ihres Konzepts der “ prozesshaften Stadtentwicklung“. Auf die Frage, dass für Tempelhof doch bereits nach einem neuen Masterplan gesucht werde, kommt die Antwort:

„Der aber im Unterschied zu früher Basis für eine flexible Entwicklung ist und nicht das Endergebnis vorwegnimmt. Es gibt in Berlin immer noch eine Angst vor leeren Räumen, dabei sind sie oft die Orte, an denen neue, innovative Zwischennutzungen entstehen können. … “

Als positives Beispiel sieht sie die Planungen von Raumlabor:

„Die Architekten vom Büro Raumlabor haben zum Beispiel ein Konzept für Tempelhof vorgelegt, dass die Entwicklung des Ortes als einen verflochtenen Prozess verschiedener Akteure begreift. Sie sehen unter anderem kulturelle Initiativen als Wegbereiter für eine langfristige, prozessuale Stadtentwicklung, bei der das Angebot mit dem Bedarf wächst -und nicht erst einmal fertiggebaut und später der Leerstand beklagt wird.“

(siehe auch unseren Artikel Plan für die Öffnung Tempelhofer Feld )

Bilder: Wandplakat und Wachschutz

Bilder von einem Ausflug am 15.3.2009:

Wandplakat an Flughafenmauer am Südende
Wandplakat an Flughafenmauer am Südende

Wachschutz auf dem Ex-Flughafen
Wachschutz auf der Rollbahn hinter der Wand

Besetzung Tempelhofer Feld geplant

Seit dem 4.März 2009 gibt es einen Aufruf zur öffentlichen Massenbesetzung des Ex-Flughafen Tempelhof am 20.Juni 2009. Eine solche Aktion wurde schon längere Zeit ohne Termin auf den Seiten der Wir bleiben Alle – Kampagne angekündigt. Jetzt gibts eine Mobilisierungs-Website Have you ever squatted an airport? und dort heisst es:

„Dies wird der Blog für Squat-Tempelhof am 20.06.2009. An diesem Tag werden wir mit einer öffentlichen Massenbesetzung den ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin erobern. Wir haben ein Recht auf diese Stadt und auf dieses Gelände. Es gibt keinen Grund, warum vier Millionen Quadratmeter mitten in der Stadt eingezäunt werden.

Und außerdem: „have you ever squatted an airport?“

Aus dem Aufruf S q u a t T e m p e l h o f ! :

„Wir werden viele sein und sind wütend, weil wir niemals mitentscheiden dürfen, was in unserer direkten Umgebung passiert. Wir fordern den Senat auf, den Zaun zu öffnen. Falls das nicht geschieht, werden wir uns das Gelände mit Hilfe des zivilen Ungehorsams aneignen. Unsere Mittel sind dabei so vielfältig wie unsere Bewegung. Wir sind die Familie von nebenan, die Neuköllner Crew, die Autonomen, der Punk, die Illegalisierte, der Kioskbesitzer, die Hartz-IV Bezieherin, Leute mit Hund, die internationale Aktivistin, der Rollstuhlfahrer, Spaßfanatikerinnen und und und. Es gibt unzählige Ideen für die unkommerzielle Nutzung des Geländes: Günstiger Wohnraum, Bauwagenplätze, interkulturelle Gärten und Parks, Theater, Grillplätze, kulturelle Zentren, Skateparks, Abenteuerspielplätze, Museen, nicht-kommerzielle Landwirtschaft…

Seid kreativ, tobt euch aus, nehmt euch den Freiraum!“

Eine gute Idee!




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