Archiv für Februar 2009

Kein Spaziergang am Tempelhof ohne Anmeldung

Ein Bericht zum Spaziergang aus Indymedia vom 15.2.2009 :

Die Initiative „Tempelhof für Alle“ hatte für den 15.Februar zu einem Spaziergang entlang des Zaunes des ehemaligen Flughafens Tempelhof aufgerufen, um sich weiter für die Öffnung des Geländes einzusetzen. Doch die ebenfalls erschienene Polizei meinte, so einfach ginge das ja nicht. Ein im Internet veröffentlichter Aufruf zu einem Spaziergang sei gleichbedeutend mit dem Aufruf zu einer öffentlichen Versammlung und das müsse bei der Polizei angemeldet werden.

Es wurde hin und her diskutiert und die Polizei blieb dabei, der Spaziergang sei eine Versammlung und ohne Anmeldung kein Loslaufen erlaubt. Es erbarmte sich schliesslich jemand und meldete eine Versammlung an, um nicht länger in der Kälte rumzustehen. Trotz miesem Wetter und Schneegriesel waren etwa 25 Leute in die Oderstrasse zum Zaun am Tempelhofer Feld gekommen. Bei dem Wetter war leider nicht viel vom Gelände zu sehen und die Anwesenden mussten sich mit Geländekarten und Fotomappen einen Einblick verschaffen. Der Spaziergang ging zum interkulturellen Garten am Anfang des geplanten Columbia-Quartiers, wo die Macher über ihre Aktivitäten informierten und ihre Pläne, sich auf das Gelände des Ex-Flughafens zu erweitern. Es wurde über das geplante Columbia-Quartier auch kontrovers diskutiert. Zum Abschluss gab es an der Ecke Columbiadamm und Golßener Strasse noch Informationen über das Konzentrationslager und spätere Zwangsarbeiterlager, das dort zur Zeit des deutschen Faschismus existierte. Darüber wollen wir später mal ausführlicher was machen.

Die Spaziergänge gehen weiter, das Gelände muss endlich geöffnet werden!

PS. Wer hat Erfahrungen mit solchen Spaziergängen und ihrer rechtlichen Bewertung als Demonstration. Ist ein öffentlicher Aufruf zu einem Spaziergang wirklich ein Aufruf zu einer genehmigungspflichtigen und anzumeldenden Versammlung?

Eigene Fotos:

Zaunspaziergang am 15.2.2009

Teilnehmer des Zaunspaziergangs am Columbiadamm

Fuchs spaziert am Columbiadamm auf THF

Ein Fuchs spaziert am Ende mit – hinter dem Zaun

weitere Fotos von Yassim El Ali

Schafe auf dem Tempelhofer Feld

In der Initiative „Tempelhof für Alle“ gibt es das Projekt Rote Rübe , die Idee einer nichtkommerziellen Landwirtschaft auf dem ehemaligen Flughafen-Areal, mit der ein Stück Berlin Berlin der kapitalistischen Verwertung entzogen werden soll. Dort ist auch die Idee entstanden, wieder Schafe auf dem Wiesenmeer des Geländes grasen zu lassen. In den Zeiten, als die US-Airforce den Flughafen betrieb, war schon mal eine Schafherde ansässig. Sie diente als billiger Rasenmäher, wie in einem Artikel des Tagesspiegel unter der Überschrift Tempelhof – das Wollfeld nachzulesen ist.
Nun hat die Idee einen prominenten Unterstützer gefunden. Am Donnerstag, den 12.2. stellte Berlins Finanzsenator Sarrazin im Flughafengebäude den Abschluss eines Mietvertrages mit der Marathon-Messe Vital vor, die zukünfig dort stattfinden soll. Dabei erkärte er unter anderem:
„Auf der gigantischen Freifläche können Schafe weiden oder kann man anderes tun. Die wird sich erst in vielen Jahrzehnten füllen.“
Wir freuen uns über diese Unterstützung und fordern Herrn Sarrazin auf, sich an der Realisierung einer Schafherde auf dem Ex-Flughafen zu beteiligen. Wenn Sarrazin seinen Job aufgibt, könnte er sich ja als Schafhirte betätigen. Seine Schäfchen wird er eh schon ins Trockene gebracht haben.

Für viele Schafe auf dem Tempelhofer Feld!

siehe auch unseren Pressespiegel „Tempelhof für Alle“ .

Bilder: Ein Fenster im Zaun

Zaunspechte aktiv am Ex-Flughafen Tempelhof.

Folgendes Bild findet sich in einem Bericht auf indymedia:
Loch im Zaun Ex-Flughafen Tempelhof

Spazieren gegen Zaun und Bebauung

Columbia-Quartier – Nein Danke!
Spaziergang am ehemaligen Flughafen Tempelhof:
Sonntag, den 15.2.2009 um 15 Uhr

Die Initiative „Tempelhof für Alle“ ruft auf zu einem Zaunspaziergang am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Seit dem 31. Oktober ist der Flughafen Tempelhof für den Flugbetrieb endlich geschlossen. Die Öffnung des Geländes fand immer noch nicht statt. Zwar plant die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung laut einem Zeitungsbericht jetzt für den 12. Mai 2009 einen „Tag der offenen Tür“ am Ex-Flughafen, aber der wurde auch schon für letztes Jahr angekündigt. Um daran zu erinnern, dass die Forderung „Der Zaun muss weg“ weiterhin aktuell ist, machen wir einen Spaziergang entlang des Zaunes.

Diesmal ist der Schwerpunkt das geplante Columbia-Quartier am Columbiadamm. Am 22. Januar wurden in einer Informationsveranstaltung des Senats die ersten Ergebnisse des Wettbewerbs für ein geplantes Columbia-Quartier am Nordrand des Geländes vorgestellt. Dort soll ein schickes Viertel mit viel Öko und Nachhaltigkeit entstehen, für Menschen mit viel Geld. Auf der Veranstaltung wurde aber deutlich, dass kaum jemand eine Bebauung dort haben will und diese auch nicht gebraucht wird.

Darüber wollen wir informieren und uns die Gegend ansehen, die zugeplant werden soll und unseren Widerstand deutlich machen.

Oderstrasse Ecke Herrfurthstrasse: Zaunspaziergang ab 15 Uhr




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