Archiv für Oktober 2008

Demo „Tempelhof für Alle“

Trotz miesem und kalten Wetter versammelten sich am gestrigen Abend etwa 130 Leute an der Oderstrasse Ecke Herrfurtstrasse. Es wurde Glühwein umsonst ausgeschenkt und Geigerzähler trug schöne Lieder vor. Nach einer Stunde am Zaun gab es eine lautstarke Demo durch den Kiez bis zum U-Bahnhof Boddinstrasse.

Einige Bilder

Demo 30.10.2008

Demo 30.10.2008

Demo 30.10.2008

Demo 30.10.2008

Demo 30.10.2008

Vorbei! Endlich!

Es ist endlich vorbei. Das ganze Geheule und Gejammere um den tollen Flughafen, das ewige Beschwören der glorreichen Luftbrücke , das uns in den letzten Wochen von Politikern und ihren Medien-Handlagern entgegen schlug. Da durfte sich das ganze alte West-Berlin mit seiner Frontstadt-Mentalität und seinem verbissenen Anti-Kommunismus noch mal austoben. Der Aufschrei war gross, weil mit dem Flughafen ein Symbol für den Heldenmythos des „freien Westens“ flöten geht.Diese Clique ist mit ihrem Geist in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hängen geblieben und unfähig, sich auf Veränderungen einzustellen. Da werden die alten Schlachten noch mal geschlagen und auf die Tränendrüsen gedrückt, dass es einem schlecht wird. Ihnen kann man/frau nur sagen: Eure Zeit ist vorbei.
Keine Atempause, Geschichte wird gemacht! Es geht voran! (Fehlfarben)

Flughafen, Nazis und Zwangsarbeit

Seit Tagen beschwören die Medien und die Flughafenfans den glorreichen Mythos des Flughafens Tempelhof, schwärmen von der Wiege der Luftfahrt und den heroischen Zeiten der Luftbrücke. Dabei wird die Nazi-Geschichte des Geländes mehr oder weniger unter den Teppich gekehrt. Deshalb ist es sehr zu begrüssen, dass heute auf den Berlin Online Seiten der Berliner Zeitung endlich der Flughafen-Mythos mit braunen Flecken dargestellt wird. Auf dem Flugfeld mussten während der Zeit des 2.Weltkrieges Tausende von Zwangsarbeitern schuften, um die faschistische Kriegsmaschinerie in Gang zu halten. Jüdische Zwangsarbeiter produzierten für die Lufthansa und Telefunken Radargeräte und reparierten Kampfflugzeuge. Weiteres ist dem Artikel zu entnehmen.

Ergänzend dazu haben wir erfahren, dass zu der morgigen Kundgebung der Flughafen-Fanatiker am Platz der Luftbrücke auch die NPD -Tempelhof-Schöneberg als nationaler Widerstand aufruft, Da kommt zusammen, was zusammengehört.

Demonstration am 30.10.08, 22:30 Uhr, Oderstr Ecke Herrfurthstr: Tempelhof für Alle!

Am 30.Oktober ist es endlich soweit! Der Flughafen Tempelhof schließt!
Damit werden 4 Millionen Quadratmeter mitten in der Stadt frei, mehr als
400 Fußballfelder, Platz für vielfältige Nutzungen wie Skateparks,
Spielplätze, interkulturelle Gärten, Sportanlagen usw. Der Senat plant die
Bebauung mit teuren Stadtvillen und die Ansiedlung von so genannter
Kreativ- und Kulturwirtschaft, d. h. Wohnanlagen für Gutverdiener, aber
nichts für Hartz IV-Empfänger. Schon jetzt sind Immobilienhändler und
Investoren in Nord-Neukölln unterwegs, um Wohnanlagen und Häuser zu
kaufen. Die Folgen für die AnwohnerInnen aus den umliegenden Bezirken sind
steigende Mieten, mehr Verkehr und Verdrängung.

Deshalb demonstrieren wir für:
1. Bebauungsstop auf dem ehemaligen Flughafengelände für mind. 10 Jahre,
um jedem Mensch die Chance zu bieten, in den Entwicklungsprozess Tempelhof
eingreifen zu können.
2. Öffnung der Zäune um das Gelände für alle zugänglich zu machen.
3. Keine Verdrängung der ansässigen AnwohnerInnen durch steigende Mieten.
Dafür fordern wir eine Mietpreisbindung in den umliegenden Gebieten.
4. Nicht-Kommerzielle Nutzung des Geländes um unkonventionellen Ideen
Platz zu bieten.

Route: Oderstr Ecke Herrfurthstr – Oderstr – Leinestr – Hermannstr -
Flughafenstr – Columbiadamm Ecke Lilienthalstr

Flughafen verabschieden

„Am nächsten Donnerstag ist endlich Schluss mit dem Flughafen in Tempelhof. Viel Platz wird frei für vielfältige Nutzungen wie Skateparks, Spielplätze, interkulturelle Gärten, Sportplätze, Bauwagenplätze und vieles mehr. “
Mit diesen Sätzen beginnt ein lesenswerter Artikel, der am 26.10. auf Indymedia unter dem Titel Berlin: Flughafen Tempelhof verabschieden erschienen ist. Dort wird die Berliner Linke zurecht für ihr Desinteresse am Thema Zukunft Tempelhof kritisiert. Dem Aufruf zum Schluss möchten wir uns anschliessen:

„Es ist jedenfalls die grosse Chance verpasst worden, den ganzen Rummel zur Schliessung für unsere Ideen zu nutzen. Trotzdem soll der letzte Tag nicht so einfach vergessen werden. Am
Donnerstag, den 30.Oktober ab 23 Uhr in der Oderstrasse Ecke Herrfurthstrasse
wollen einige Unentwegte den Flughafen verabschieden und den neuen Freiraum begrüssen. Wahrscheinlich werden sich eh etliche Leute da tummeln, allein schon die Fotofans und Schaulustigen. Alle, die es noch interessiert, sind herzlich eingeladen.“

An diesem Donnerstag sind noch weitere Aktivitäten geplant:

BIFT
Feier im Interkulturellen Elternzentrum „Am Tower“, Oderstraße, zwischen Sportpark und Flugfeld. Einlass ab 19.00 Uhr. Begrenzte Plätze. Das Tor zum Elternzentrum schließt um 20.30 Uhr. Rechtzeitig kommen.

Kunstraum t27
Thomasstraße 27, Ab 19.00 Uhr Lesungen, Ausstellungen, Gespräche. Nachts ein „Lichterspaziergang“ am Flughafenzaun Oderstraße entlang. (Es werden Zeitzeugen der „Luftbrücke“ gesucht).

Die Linke, BO Hermannstraße
19.00 Uhr, Stand am Flughafenzaun. Oderstraße Ecke Grüner Weg. Infos, Verpflegung, Glühwein

Flughafen-Fanclub
18 Uhr Platz der Luftbrücke , Treffen der Flughafen-Nostalgiker, Frontstadt-Berliner und notorischen Wowereit-Hasser. Vielleicht interessant für Ethnologen, Sozialforscher und Therapeuten.

Offene Tore in Tempelhof?

In einem heute in der Berliner Zeitung erschienenen Artikel Offene Tore, bis es dunkel wird werden neue Informationen vorgestellt. Sie wurden der Zeitung von M. Kühne, dem Abteilungsleiter Städtebau und Projekte beim Senat für Stadtentwicklung mitgeteilt. Demnach sollen die Tore zur Freifläche vom kommenden Jahr an täglich geöffnet werden, allerdings nur an einzelnen Tagen für Führungen und Veranstaltungen. In einer 2.Stufe, die im ersten Halbjahr in Kraft treten soll, ist eine tägliche Öffnung vorgesehen, solange es hell ist. Dieser Zugang ist auch kontrolliert, sogar ein Eintrittsgeld wird erwogen. Der Ringweg rund um die Landebahnen soll für Radfahrer und Skater hergerichtet werden. Für die weitere Existenz des Zaunes wird wiederum die Furcht vor Dealern und Vandalismus herangezogen.




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