Mit dem Motto „Bewegungsfreiheit“ will die Grün-Berlin GmbH am 8. Mai 2010 das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof öffnen. Mit Anzeigen in heutigen Tageszeitungen und einer Bekanntmachung auf ihrer Website startet ein “ Interessenbekundungsverfahren für die Eröffnungsfeier Tempelhofer Feld“.
Aus dem Aufruf:
„Wir laden alle Berliner ein, das Feld als Bewegungsraum aktiv zu erobern“.
Akteure gesucht
In diesem Sinn suchen wir Akteure für die Eröffnungsfeier,die den Besuchern ein attraktives Bewegungsangebot bieten. Akteure aus allen Bereichen des Sports und der Freizeitgestaltung sowie aus den Bereichen Natur und Umwelt sind willkommen. Auch Kulturschaffende finden
im Eröffnungsprogramm Platz, sofern sie das Motto „Bewegung“ kreativ umsetzen. Ziel ist ein abwechslungsreiches Programm mit vielseitigen Mitmachangeboten.“
Dafür kann man sich bis 19. Februar bei Grün Berlin GmbH bewerben. Grün Berlin ist der Täger für das Management und die Bewirtschaftung des Geländes.
Am 8. Mai soll also „Bewegungsfreiheit“ gefeiert werden, eine „Bewegungsfreiheit“ mit Zaun und Stacheldraht, mit nur fünf Eingängen, alles kontrolliert von Wachschutz, Park-Guides, einer Parkordnung und einer nächtlichen Schliessung. An diesem Tag dürften zusätzlich diverse Polizisten in Uniform und Zivil mit ihrem Angebot ebenfalls für Bewegung und Mobilität sorgen. Wir brauchen keine Anmeldungen mit Projektideen und entsprechenden Genehmigungen, wir haben selber genug Ideen, das Gelände nicht nur an diesem Tag kreativ zu nutzen. Es gibt bereits Vorstellungen und auch Akteure, die das Angebot den „Bewegungsraum aktiv zu erobern“ gern annehmen. Demnächst mehr dazu. Überlegt euch eigene Projekte!
Nicht nur „Tempelhof für Alle“, die Stadt gehört uns allen!
(mehr…)
In einem Bericht vom 18.9.2009 liefert die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an verschiedene Ausschüsse des Berliner Abgeordnetenhauses Informationen über die Kosten der Nachnutzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof. In der Planung des Haushaltsgesetzes 2010/2011 werden unter dem „Titel 89804 − Zuschüsse für Maßnahmen zur Entwicklung des Tempelhofer Feldes“ die entsprechenden Summen aufgeführt.
Aus dem Bericht 1 und den Anlagen. Sie sind Teil einer längeren Zusammenfassung eines Dokumentes der Parlamentsdokumentation im pdf-Format (2,2 MB) . Der Bericht ist auch eine gute Zusammenstellung der Planungen des Senats:
Bewirtschaftung Gelände
Die hierunter subsumierten Kosten umfassen Winterdienst- und Straßenreinigungsgebühren für die das Feld umgebenden Straßen:
| Straßenreinigung |
ca. 2.140.000 € / Jahr |
| Winterdienst (Straßen) |
ca. 700.000 € / Jahr |
| |
2.840.000 € / Jahr |
Diese Kosten fallen unabhängig von der weiteren Entwicklung jährlich an.
Öffnung des Geländes
Die beabsichtigte Öffnung des Geländes im Mai 2010 erfordert die Durchführung vorbereitender Maßnahmen mit voraussichtlichen Kosten von 800.000 €. Hinsichtlich der Einzelmaßnahmen wird auf den Bericht 1, Seite 13 verwiesen:
(mehr…)
Bei der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung im Abgeordnetenhaus wurde mitgeteilt, dass am 8. Mai das Tempelhofer Feld geöffnet werden soll. Natürlich gibt es eine „kontrollierte Öffnung“ , der Zaun bleibt stehen, an den Eingängen sollen Drehkreuze sein. In der Dunkelheit wird dichtgemacht, damit niemand über Nacht auf dem Gelände bleibt. Dafür soll der Wachschutz sorgen und auch sogenannte „Park-Guides“ kümmern sich um die Besucher. Alle Fraktionen betonen ihre Angst vor den Besuchern, der „drohenden Vermüllung“ und der Furcht vor einer „Hasenheide 2″, was immer das sein mag. Wäre das Gelände hinter Zehlendorf, würde kein Menasch von Müllproblemen und drohender Verwahrlosung reden. Aber hier haben wir ja Neukölln, wo der „wilde Pöbel“ haust, der nur drauf lauert, endlich seine alten Fernseher und Sofas auf dem ehemaligen Flugfeld zu entsorgen. Deswegen muss das Wiesengelände natürlich mit einem Zaun gesichert werden und einem Wachschutz, der pro Jahr 300.000 Euro kostet und für Müllbeseitigung/Reinigung sind noch mal 300.000 Euro jährlich eingeplant.
Ansonsten kommt der Senat mit seinen Vorhaben nicht so richtig in die Gänge. Die Änderung des Flächennutzungsplans (FNP), die im letzten Herbst stattfinden sollte und Voraussetzung für Bebauungspläne ist, soll nun im März stattfinden. Der neue Entwicklungsträger, der das Gebiet entwickeln soll, ist auch noch nicht geklärt. Dieser Träger wird auch beauftragt, sich um Zwischennutzungen zu kümmern. Im Tagesspiegel Ab Mai gibt es Löcher im Airportzaun ist zu lesen:
“ Damit die Kosten für die Entwicklung des Areals den Haushalt nicht belasten und auch nicht aus dem Ruder laufen, soll der neue Entwicklungsträger zunächst eine Kostenplanung vorlegen. Geplant ist, diese Aufwendungen dann durch den Verkauf von Grundstücken auf dem Areal zu finanzieren.“
Die Zukunft der Gartenkolonie am Columbiadamm, die von den Plänen für ein Columbia-Quartier betroffen ist, ist weiterhin offen.
Weitere Infos auch in der taz von heute Ein Schlupfloch mehr im Zaun .
Gestern erhielten wir eine E-Mail mit dem Hinweis, dass es wieder eine Attacke auf den Zaun des ehemaligen Flughafens Tempelhof gab. Diesmal wurden am Columbiadamm in der Nähe des Heizkraftwerks Teile des Zauns und der Natodraht-Rollen zerschnitten. Am Nachmittag des 20. Januar entstanden diese Bilder, während Arbeiter schon mit der Reparatur beschäftigt waren.

Jetzt beginnt auch die Vermarktung der Freiflächen des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Die dafür zuständige landeseigene Grün Berlin GmbH kündigt in Anzeigen heutiger Tageszeitungen und seit 7. 1. 2010 auf ihrer Website ein Bewerbungsverfahren an:
Verpachtung eines Gebäudes mit Außenanlagen zur temporären gastronomischen Nutzung auf dem Tempelhofer Flugfeld („Picknick-Area“, Columbiadamm)
In der Ausschreibungsunterlage (PDF-Dokument, 1,3 MB ) ist zu lesen:
„Am Rande des Flugfeldes, südlich des Friedhofes am Columbiadamm befindet sich eine von den Amerikanern gestaltete „Picknick-Area“. Dieser mit Großbäumen bestandene Bereich stellt sich heute schon als Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität dar. Teil dieser Picknick-Area sind ein geschlossenes und ein offenes Gebäude, jeweils mit Grillmöglichkeiten.
Diese Baulichkeiten sollen der Ausgangspunkt für eine gastronomische Nutzung sein. Die Nutzung kann und soll sich im Freiraum fortsetzen, ohne jedoch die gesamte Picknick-Area zu umfassen. Aufgrund der hohen Aufenthaltsqualität des Ortes soll der größere Teil dieser Fläche allgemein öffentlich zugänglich und nutzbar sein.“
Damit wird genau der Teil des Areals , der sich mit seiner vorhandenen Infrastruktur mit Sitz- und Grillmöglichkeiten am besten für eine Nutzung durch alle eignet, einer kommerziellen Nutzung zugeführt.
Die Nutzung soll ab Mai 2010 beginnen und erstmal bis Oktober 2011 begrenzt sein. Interessenten können am 26.01.2010 und 02.02.2010 nach vorheriger Anmeldung bei Grün Berlin das Gelände besichtigen.

Picknick-Areal vom Westen her gesehen, links die rote Friedhofsmauer

Das zur Nutzung vorgesehene Gebäude